Der Geruch von verbranntem Gummi hängt noch in der Luft. Ein unangenehmer Geruch. Ich wusste das vorher schon, aber erst heute auf der Rama-IV-Straße merke ich, was für ein unangenehmer Gestank das sein kann. Er überdeckt noch das, was ich sehe - und das ist schrecklich genug.
Ich kenne diese Straße gut, weil ich hier öfters in der Mittagspause zum Essen gehe. Aber noch weit vor der Rama-IV-Straße sehe ich den schwarzen Belag auf dem Straßenbelag, Teer, der von den brennenden Autoreifen aufgeweicht und angekokelt worden ist.
In den vergangenen Tagen war dieser Teil der Rama-IV-Straße und die Soi Ngamduphli eine Kriegszone. Wie kann ich die Bilder von den Straßenkämpfen zwischen der thailändischen Armee und den demonstrierenden Rothemden, den Suea Daeng, anders interpretieren? Nach zwei Monate Massendemonstrationen und Belagerung der Rajaprasong-Kreuzung mitten im Einkaufszentrum von Bangkok, ist letzte Woche der Konflikt eskaliert. Verhandlungen zwischen Regierung und Demonstranten waren geplatzt, ein Scharfschütze erlegte Seh Daeng, einen der militärischen Köpfe der Rothemden - in den 1970er Jahren ein strammer Kommunistenjäger, der sich mit dem gestürzten Ex-Premierminister Thaksin Shinawatra verbündet hatte und zu den Rothemden übergelaufen war.




